Glaube ist eine Möglichkeit. Wissen eine andere.
Agnes Fehr
Glossar
Aus der Sprache des Geldes...
a...
added value
bezeichnet den erzeugten "Mehrwert" oder Wertzuwachs - erreicht durch die Leistungen des Management
asset deal
eine bestimmte Form des Kaufes; es wird nicht das ganze Unternehmen, sondern nur bestimmte (werthaltige) Teile (= assets) der Gesellschaft werden gekauft
asset stripping
nach einem Kauf veräußert der Käufer Teile des gekauften Unternehmens weiter; er "strippt" das Unternehmen herunter
atypisch stille Beteiligung
eine besondere Form der Stillen Beteiligung (§§ 230 ff. HGB), bei der die eigentlich stille Gesellschafter mitunternehmerisch beteiligt sind
b...
balanced portfolio
aus der Welt des Venture Capitals; bezeichnet, dass das Portfolio des Investors nicht nur auf eine bestimmte Phase ausgerichtet, sondern vermeintlich ausbalanciert ist.
benchmark
Der Vergleichs- oder Zielwert; meist abgeleitet aus den Werten des Besten einer Branche.
bonus / malus-Regel
Regelung, bei der abhängig von erreichten Zielen vorteilhaftige Konditionen (bonus) oder nachteilige Konditionen einzuhalten sind. Meist wird die auf Zinssätze oder Kaufpreise angewendet.
bottom-up
Methode, bei der Themen (hierarchisch) von "unten nach oben" transportiert oder angegangen werden; Gegenteil zu top-down.
break-even
bezeichnet genau genommen, die Situation, in der ein Unternehmen - aus der Verlustzone kommend - die Schwelle zum Gewinn erreicht.
bridge loan
Eine bestimmte Form eines (kurzfristigen) Darlehens, das aufgrund seiner Konstruktion wie Eigenkapital betrachtet wird und so die Eigenkapitalquote verbessert. Gern benutzt, um einen Börsengang überhaupt erst möglich zu machen.
burn rate
Bezeichnet wörtlich die zeitliche Rate, mit der Geld "verbrannt" wird. Sie ist ein Maß für den Geldverbrauch - z.B. Euro pro Monat.
business angel
Vermögende Privatperson, die idealerweise über Gründungs- bzw. Industrieerfahrung verfügt und einem Unternehmen sowohl Kapital als auch Know-how zur Verfügung stellt und dafür Unternehmensanteile erhält.
business plan
Klingt gut; bezeichnet nichts anderes als den gewöhnlichen Geschäftsplan.
buy back option
Bezeichnet die Möglichkeit, Geschäftsanteile zurückzukaufen. Meist zu einem vorher festgelegten Preis.
c...
capital gain
Bezeichnet den realisierten Wertzuwachs, also zumeist den Veräußerungsgewinn, der in der Regel eine Steuerpflicht auslöst.
carried interest
Bezeichnet die Beteiligung des Management eines Investors am Gewinn.
cash flow
Klingt neu - ist aber nichts anderes als das Ergebnis der guten alten Kapitalfluss-Rechnung; die Veränderung der Liquidität.
cob-web Modell
Ursprünglich ein Modell aus der Statistik; Instrument zur grafischen Darstellung spezifischer Stärken und Schwächen.
d...
Dachfonds
In Deutschland lange Zeit nicht zugelassen. Ein Dachfonds ist ein Fonds, der seinerseits in Fonds investiert.
de-listing
Ein Unternehmen wird von der Börse genommen; zumeist indem die Aktien des Unternehmens sämtlich von einem Investor aufgekauft werden.
due diligence
Sinngemäß "notwendige Fleißaufgabe"; bezeichnet den Prüfungsprozeß, bei dem der Wert / Kaufpreis für ein Unternehmen ermittelt wird.
e...
equity
Heißt nichts anderes als Eigenkapital. "at equity" wiederum bemisst den Anteil an Umsatz / Ergebnis auf Basis des Anteils am Eigenkapital.
exit
Bezeichnet den Weg (und den Zeitpunkt) des Ausstiegs eines Investors. Typisch sind: buy back, trade sale, secondary purchase und going public.
f...
first stage capital
Zielt auf die Phase des Aufbaus und bezeichnet das dafür notwendige Kapital.
fund raising
Bezeichnet den Prozess des Einsammelns von Kapitals - in der Regel für einen Fonds.
g...
going public
Börsengang
h...
hurdle rate
Bezeichnet eine definierte Schwelle, ab deren Erreichen zuvor gemachte Zusagen wirksam werden. Typisch ist die Erfolgsbeteiligung der Geschaftsführung.
i...
IPO
Initial Public Offering: Erstmaliger Börsengang eines Unternehmens.
l...
later stage capital
Bezeichnet den notwendigen Kapitalbedarf nach der ersten Vermarktung. (vgl. first stage)
letter of intent (loi)
Nichts anderes als eine schriftliche Absichtserklärung.
leveraged buy-out
Bezeichnet einen größtenteils fremd-finanzierten Unternehmenskauf.
lock-up
Bezeichnet einen Zeitraum nach einem Börsengang, in dem es Alt-Aktionären nur ein sehr eingeschränkter Aktienhandel erlaubt ist.
m...
M & A
Abkürzung für Mergers & Acquisitions. Fachausdruck für Erwerb & Kauf, die Entflechtung, das Zusammenlegen und den Verkauf von Unternehmen. Merger = Fusion, Acquisition = Kauf.
MBI
Management Buy-In. Ein Unternehmen wird durch ein fremdes Management übernommen und dabei von einer Beteiligungsgesellschaft (finanziell) unterstützt.
MBO
Management Buy-Out. Ein Unternehmen wird durch das eigene Management mit Hilfe einer Beteiligungsgesellschaft übernommen.
mezzanine
Bezeichnet eine bestimmte Form eines Darlehens; meist eine Brücken- oder Zwischenfinanzierung. Hilft, den Zeitraum zu überbrücken, bis die eigentliche Finanzierung steht.
p...
private equity
Wörtlich privates Eigenkapital. Bezeichnet im engeren Sinn eine Form der Unternehmensfinanzierung mit privaten Mitteln anstelle von Bank-Krediten.
s...
secondary purchase
Verkauf der Anteile eines Venture Capitalist an einen anderen Venture Capitalist.
seed
Finanzierung der Ausreifung und Umsetzung einer Idee in verwertbare Resultate bis hin zum Prototyp, auf deren Basis ein Geschäftskonzept für ein zu gründendes Unternehmen erstellt wird.
spin-off
Abspaltung eines Unternehmensteiles; aus dieser Abspaltung entsteht ein neues Unternehmen.
start-up
Ein neu gegründetes Unternehmen, das gerade erst beginnt, sich am Markt zu etablieren.
stock options
Oftmals ein Bestandteil der Gesamtvergütung des Managements (Geschäftsleitung). Es ist das zeitlich verbriefte Recht, Aktien des eigenen Unternehmens zu einem zuvor benannten Preis erwerben zu dürfen.
SWOT Analyse
Klassiker aus der Strategie-Entwicklung; Analyse der Stärken / Schwächen und Chancen / Risiken (engl.: strengths / weaknesses, opportunities / threats).
Syndikat
Das Pendant von Venture Capital Gebern zu einem Banken-Konsortium; mehrere Equity Geber tragen eine Investition gemeinsam. Im Unterschied zum Banken-Konsortium gibt es hier in der Regel keinen "Konsortialführer".
t...
termsheet
Bezeichnet einen Teil eines Vorvertrages. In diesem wird geregelt, wann (beim Erreichen bestimmter Werte, Ergebnisse = terms) die nächsten Schritte erfolgen. Das Termsheet regelt die Abfolge von Prüfungs- und Finanzierungshandlungen.
track record
Bezeichnet die Darstellung der bisher erreichten Erfolge eines Unternehmens oder einer Person.
trade sale
Eine typische Form des Ausstiegs (exit) eines Venture Capital Gebers; er veräußert seine Anteile an einen industriellen Investor (Käufer), der meist auf dem Gebiet des Unternehmens schon tätig ist. Nicht selten landet man so im Eigentum der eigentlichen Konkurrenz.
turn around
Bezeichnet das erfolgreiche "Herumdrehen" eines Unternehmens - raus aus den Verlusten, zurück in die Gewinnzone.
u...
usp
Sehr gern falsch verstandene Abkürzung für "unique selling proposition". Wörtlich: einzigartiges Verkaufs-Angebot. Hiernach suchen die Strategen gern - was macht ein Unternehmen besonders? Das einzigartige Angebot, das es hat.
v...
venture capital
Eine Form der Beteilung. Es ist eine Eigenkapital-Position. Es besteht kein fester Verzinsungsanspruch, wohl aber eine Teilhabe am Unternehmenserfolg. Anders das "private equity", das einen festen Verzinsungsanspruch und eine Teilhabe am Erfolg verlangt.
Verwässerung
Wenn bei einer Erhöhung des gezeichneten Eigenkapitals einer Gesellschaft ein Gesellschafter nicht "mitgeht", also seinen Anteil nicht ratierlich mit erhöht, fällt dieser prozentual zum gesamten Eigenkapital zurück. Er wird "verwässert": sein Mitspracherecht und seine Teilhabe werden geringer.
Vorfälligkeit
Ablösung eines Kredites vor der eigentlichen Fälligkeit. Der Kreditgeber kann eine Entschädigung hierfür verlangen. Die Höhe der Entschädigung sollte im Vorhinein festgelegt werden. In Bankengeschäften kann durchgesetzt werden, dass nur die Zinsdifferenz zum Ansatz kommt und nicht etwa die vollen restlichen Zinsen.
w...
Waterfall
Jargon aus dem Englischen für den Cash Flow und wie dieser - bildlich gesprochen - nach und nach immer dünner wird; also wie die Liquidität sich von den Brutto-Zahlungsströmen hin zur Nach-Steuer Liquidität entwickelt.
z...
Zweitmarkt
Kein offizieller oder geregelter Markt. Auf diesem Markt werden "gebrauchte" Geschäftsanteile gehandelt - oftmals Anteile an geschlossenen Fonds. |